Barcodes scannen mit dem Smartphone – wie funktioniert es?

BarcodeSeit den 1970er Jahren spielen Barcodes in der elektronischen Datenverarbeitung eine entscheidende Rolle, wenn es um die Registrierung und Zuordnung von physischen Objekten in computergestützten Datenbanken geht. Seitdem Smartphones mit digitalen Kameras und unterschiedlichen Programmen für die verschiedensten Applikationen Verbreitung gefunden haben, können Barcodes auch in diesem Feld zum Einsatz kommen.

Was ist ein Barcode?

Barcodes, häufig auch einfach Strichcode genannt, sind grundsätzlich kontrastreiche, standardisierte Grafiken, die über einen Photosensor in einen Computer aufgenommen werden und von diesem unmittelbar verarbeitet werden können. Man unterscheidet generell zwischen eindimensionalem Barcode (dem namensgebenden Strichcode), der dem normalen Verbraucher vor allem beim Einkauf in Geschäften, beim Paketversand oder bei der Gepäckabfertigung am Flughafen begegnet. Prinzipiell wird einem Produkt oder einem einzelnen Gegenstand damit eine Zahl zugeordnet, die an allen beteiligten Stellen ausgelesen werden kann. Im Supermarkt kann die Kasse so den Preis eines Produktes abrechnen, ohne dass die zugehörige Nummer eingegeben oder das Produkt gar manuell aus einer Liste herausgesucht werden muss. Am Flughafen bleibt ein einmal erfasstes Gepäckstück solange im Computersystem, bis es seinen Bestimmungspunkt erreicht hat.

Zweidimensionale Barcodes

Etwas komplexer sind zweidimensionale Barcodes, die in einer mit einem Koordinatensystem vergleichbaren Matrix kurze Textbotschaften etwa von der Länge einer Webadresse (URL) enthalten können. Solche Barcodes haben beispielsweise in der Werbung in den vergangenen Jahren verstärkt Einzug gehalten. Auf innerstädtischen Plakaten kann so beispielsweise die zu einer Werbung passende URL unmittelbar von einem Smartphone ausgelesen und angesteuert werden, was gleichzeitig die bisher häufigste Anwendung von Barcodes im Zusammenhang mit Smartphones darstellt. Der hierfür eingesetzte Standard ist offen, wird von verschiedenen Betriebssystemlieferanten ab Werk unterstützt und nennt sich QR-Code. Theoretisch ist auf diese Art – ggf. über einen anderen Standard – allerdings auch die optische Darstellung wesentlich komplexerer Daten möglich.

Wie funktioniert das Auslesen eines Barcodes?

Frühe Barcodescanner ließen sich über Tastaturanschlüsse mit den zugehörigen Computersystemen verbinden, ebenso funktionierte auch die Verarbeitung: Der Scanner enthielt einen optischen Sensor, der den Barcodekontrast aufzeichnete und in die, auf dem Scanner gespeicherten, standardisierten Tastencodes umwandelte, die dann an den Computer gesendet wurden und von diesem als Tastatureingabe verarbeitet wurden. Auch wenn diese Art Lesegeräte heute nach wie vor im Einsatz ist, kann moderne Software Barcodes unmittelbarer verarbeiten: Es genügt die optische Aufnahme, beispielsweise über eine Kamera, den Rest erledigt die Software.

Barcodes scannen mit dem Smartphone

Da heute jedes handelsübliche Smartphone mit einer Digitalkamera und moderner Software ausgestattet ist, eröffnen sich an diesem Punkt neue Einsatzmöglichkeiten von Barcodes. Bereits erwähnt wurde, dass es theoretisch möglich ist, in jedes Plakat, selbstverständlich aber auch unabhängig von einem solchen, einen Barcode zu integrieren, der über ein Smartphone ausgelesen werden kann und beispielsweise einen potenziellen Kunden an eine Internetseite weiterverweist. Denkbar – und zum Teil bereits einsetzbar – ist zum Beispiel auch ein unmittelbarer Produktpreisvergleich im Elektronik- oder Supermarkt. Natürlich bleiben die Einsatzmöglichkeiten nicht auf diese Beispiele beschränkt: Smartphones können durch die günstige Software auch im professionellen Bereich teure Hardware beim Einsatz von Barcodes ersetzen. Generell können Barcodes mit Smartphones bei vielen bisherigen Barcodeanwendungen und zahlreichen zukünftigen zum Einsatz kommen, unabhängig davon, ob es um reine Datenverarbeitung oder Werbemaßnahmen geht.

Foto: Ingo Bartussek.de

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